Die Hoffnung stirbt zuletzt…wirklich?
- Samuel Stucki

- 6. Jan.
- 2 Min. Lesezeit

Die Festtage sind vorüber. Die Sektgläser im Schrank. Die 12 Raunächte sind dem Morgengrauen gewichen.
Jahreswechsel. In dieser Zeit nehmen wir das Verfliessen der Zeit besonders bewusst wahr. Von einem Moment auf den anderen erhöht sich die Anzahl der gezählten Jahre.
Ich habe mir vor Jahren angewöhnt, das neue Jahr bewusst vorzubereiten: innerlich und äusserlich. In diesem Blog zunächst die innere Vorbereitung.
Vielfach hört man, man solle das neue Jahr doch bitte mit Hoffnung anfangen. Dann wird oft noch nachgeschoben: «Die Hoffnung stirbt ja zuletzt.» Mir ist das Gerede von Hoffnung zu flach. Zu weit weg ist die Hoffnung. Irgendwo in der Zukunft, irgendwo jenseits meiner persönlichen Einflussspähre. «Hoffnung» tönt zwar gut, lässt mich aber passiv bleiben.
Aus diesem Grund spreche ich lieber von Zuversicht. Zuversicht nimmt mich selbst in die Verantwortung. Zuversicht fragt mich, wie ich denn die Dinge sehe? Wo stehe ich? Was ist meine Sicht? – Zuversicht motiviert mich, mich zu informieren, mir meine Meinung zu bilden. Wer selbst eine eigene Sichtweise hat, die er begründen kann, ist nicht anfällig auf Manipulation von aussen. Wer nur hofft, der hofft aufs Ungewisse – wer zuversichtlich ist, der weiss wenigstens, wo er steht.
Was im neuen Jahr geschehen wird, das hängt nicht nur von Zufall, Pech oder Glück ab, sondern auch von meiner inneren Ausrichtung und den Entscheidungen, die ich mit klarem Herzen treffen werde.
In stillen Stunden können wir unsere Zuversicht stärken. Dabei können mich Fragen unterstützen wie:
Bin ich bereit, dass ich die innere Beziehung zu mir selbst in den Mittelpunkt meiner Aufmerksamkeit stellen kann?
Bin ich bereit zu akzeptieren, dass mich andere Menschen verurteilen könnten, wenn ich meinen Weg authentisch, echt und wahrhaftig gehe?
Welche Erfahrungen kann ich wertschätzen, in denen es mir gelungen war, mich anzunehmen, trotz meiner Seiten, die ich gerne ablehne:
Meine Schwächen, Verbiegungen und Schatten?
Wo bin ich heute der Stimme der Liebe und des Friedens in mir gefolgt, auch wenn Ängste mich bedrängten und Kontrolle mich einengen wollte?
Das Goldene Sofa: Ein Ort wo Menschen erzählen können von geplatzten Hoffnungen und wieder gewonnener Zuversicht: echt jetzt?




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